6.12.2015

 

Endlich gibt es einen systematischen Überblick über didaktische Konzepte, aktuelle Forschungsbefunde und unterrichtspraktische Ideen für den Rechtschreibunterricht

Brinkmann, E. (Hrsg.) (2015): Rechtschreiben in der Diskussion – Schriftspracherwerb und Rechtschreibunterricht. Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 140. Grundschulverband: Frankfurt.

 

9.4.2015

 

Vor Jahren habe ich einen Vortrag gehalten zur didaktischen Grundfrage "Wie können Novizen lernen, was Könner nicht wissen?“, in dem ich mich an dem Aufsatz "Das Schweigen der Könner" von Georg Hans Neuweg (2006) orientiert habe. Jetzt ist dieser Aufsatz mit weiteren interessanten Beiträgen von ihm zu diesem Thema in einem Sammelband unter dem gleichen Titel erschienen:

Neuweg, G. H. (2015): Das Schweigen der Könner. Gesammelte Schriften zum impliziten Wissen. Waxmann: Münster/ New York.

Ein Schatzkasten  für's Nachdenken über angemessene Formen der Lehrerbildung, aber auch für didaktisches Denken generell.

 

 

31.12.2014

 

Das entstellte Gesicht von  Auggie konfrontiert damit, wie leichtfertig wir manchmal von Heterogenität und Inklusion reden, zeigt aber auch, wie letztere trotz aller Schwierigkeiten gelingen kann:

Palacio, R. J. (2013). Wunder. dtv 62589: München (Hanser: München 2013)

 

7.10.2014

 

Mit einer beeindruckenden Fülle an verarbeiteten Daten und mit seinen differenzierten Interpretationen und Urteilen stellt

 

Dornes, M. (2012): Die Modernisierung der Seele. Kind – Familie- Gesellschaft. Fischer Taschenbuch 19405: Frankfurt.

 

überzeugend viele gängige Pauschalurteile über „heutige Kindheit“, vor allem über angebliche Leistungs- und Verhaltensdefizite in Frage.

 

Dank an Martin Spiewak, über dessen Beitrag in der ZEIT Nr. 38 v. 11.9.2014 ich erst auf dieses wichtige Buch aufmerksam geworden bin

 

 

 

 

20.9.2014

 

Ein außergewöhnlich sensibles Jugendbuch in Dialogen und Selbstgesprächen

 

Sáenz, B. A. (2014): Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums. Thienemann: Stuttgart (engl. 2012).

 

- über die Freundschaft von zwei besonderen Jungen in der Pubertät, denen ihre Gespräche  ermöglichen, dass sie zu sich selbst und zu ihren Eltern finden.

 

 

 

10.8.2014

 

Auch Tiere müssen Inklusion lernen:

 

Freund, W. (2014): Ich, Toft und der Geisterhund von Sandkas. Beltz & Gelberg: Weinheim/ Basel.

 

- ein spannender Krimi für Kinder mit humorvollen Selbstreflexionen einer arroganten Katze, die lernen muss, dass auch nervige kleine Hunde Achtung verdienen.

 

 

27.6.2014

 

Erschreckend und bedrückend:

 

Lessing, D. (1997): Das fünfte Kind. btb-Verlag: München (engl. und dt. 1988).

 

- ein Roman, der eindrücklich das Böse als unerklärliche Mitgift eines Menschen schon vor der Geburt beschreibt – und zum Nachdenken anregt, wie weit pädagogische Kraft reicht

Dank an Kalle Imhäuser für diese (wenn auch nur schwer verkraftbare) Lektüre

 

 

10.6.2014

 

Einfühlsam beschreibt

 

Simsion, G. (2014): Das Rosie-Projekt. Fischer Krüger: Frankfurt (engl. 2013),

 

wie jemand mit Asperger-Syndrom die Welt erlebt, auf der Suche nach Liebe versucht „normal“ zu werden und letztlich sein Glück findet, weil er sich als besonderer Mensch zu akzeptieren lernt

Dank an Erika Brinkmann für diese Empfehlung

 

 

28.05.2014

 

Eine eindrucksvolle Biografie, weil sie das eigene Vorgehen immer wieder selbst reflektiert:

 

Sutton, N. (1996): Bruno Bettelheim. Auf dem Weg zur Seele des Kindes. Hoffmann und Campe: Hamburg (frz. 1995).

 

Der berühmte Psychologe und Pädagoge Bettelheim ("Kinder brauchen Märchen") wird sichtbar als eine vielschichtige, ambivalente, nach außen starke, aber innerlich zerrissene  Person, die über fast ein Jahr lang in Dachau und Buchenwald um ihr Überleben gekämpft hat – und ein Leben lang gegen das eigene Minderwertigkeitsgefühl und die aus ihm folgenden Depressionen, trotz aller Erfolge in der Außenwelt.

Sutton gelingt es nicht nur, diese Vielschichtigkeit zu erfassen, sondern lebendig werden zu lassen und für Bettelheims Ambivalenzen Mitgefühl zu gewinnen. Und sie kann diese Biografie schreiben, weil sie auch etwas vom Fach versteht.

 

 

25.05.2014

 

Mit großer Sensibilität und in einer besonderen Sprache geschrieben:

 

Hannigan, K. (2014): Die Wahrheit, wie Delly sie sieht. Hanser: München (engl. 2011).

 

Kinder, von denen jedes auf seine Art „anders“ ist, werden füreinander zur Herausforderung und Stütze, an der sie wachsen und die Erwachsenen beschämen.

 

 

4.1.2014

 

Fleischmann, A./ Fleischmann, C. (2013): „In mir ist es laut und bunt“. Eine Autistin findet ihre Stimme – ein Vater entdeckt seine Tochter. Wilhelm Heyne 64049: München (engl. 2012).

 

Die fesselnde Geschichte eines sprachlosen autistischen ADHS-Mädchens,

dessen hohe  Begabungen (und Empathie sowie soziale Sensibilität!) erst sichtbar werden (können),

als sie mit elf Jahren anfängt zu schreiben,

besonders eindrucksvoll darüber,

wie sich diese extrem reizempfindliche Wahrnehmungsfähigkeit für sie selbst anfühlt

und wie es zu ihrem unangepassten Verhalten kommt.

Man kann auch nach dem deprimierenden Bericht über die sie und ihre Eltern äußerst fordernden (und aussichtlos erscheinenden) ersten elf Jahre mit Kap. 9 einsteigen, in dem sie ihre erste eigenständige Äußerung am PC eintippt.

- mit Dank an Ursula Brügelmann für dieses besondere Geschenk.

 

16.11.13

 

Eine historisch und systemvergleichend fundierte Kritik  des Konzeptverbunds Leistungsstandards Kompetenztests und Output-Steuerung, die inhaltlich und sprachlich klar argumentiert:

 

Herzog, W. (2013): Bildungsstandards. Eine kritische Einführung. Kohlhammer: Stuttgart.

 

21.10.13

 

Eine kluge und glänzend geschriebene "Liebeserklärung an die vernetzte Generation":

 

Serres, M. (2013): Erfindet euch neu! Edition Suhrkamp: Berlin (frz. 2012).

 

- die ganz auf das übliche Kulturverfallsgejammer verzichtet und die Möglichkeiten in einer (nach Schrift und Buchdruck) durch Computer und Internet medial zum dritten Mal massiv veränderten Gesellschaft aufzeigt - ohne naive rosarote Brille...

Dank an Kalle Imhäuser für diesen Lese-Tipp.

 

7.7.13

 

Politik fängt bei jedem/r einzelnen selbst an:

 

Welzer, H. (2013): Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. S. Fischer: Frankfurt.

 

Es ist unbequem, scheinbar Selbstverständliches anders zu denken, und es ist noch unbequemer, entgegen den Erwartungen anderer zu handeln.

Gut geschrieben, und vor allem in der zweiten Hälfte mit überzeugenden Beispielen für ein Erfolg versprechendes TROTZDEM – mit meiner Lieblingsgeschichte auf S. 250.

Dank an Hans Werner Heymann für dieses Mitbringsel.

 

 

19.3.13

 

Ein besonderes Buch über ein besonderes Kind

 

Müller, Birte (2012): Planet Willi. Klett-Kinderbuch: Leipzig.

 

in dem eine Mutter das Leben mit der Behinderung ihres Kindes anderen sprachlich wie zeichnerisch auf sensible und humorvolle Weise nahe bringt – ohne die Schwierigkeiten zu verniedlichen.

 

Dank an Erika Brinkmann für diesen Tipp (inzwischen für den Deutschen Jugendbuchpreis 2013 nominiert).

 

2.3.13

 

Pädagogik als Abenteuer – wie auch das Leben des Pädagogen, der den Situationsansatz nicht nur im Kindergarten stark gemacht hat, sondern in vielen Projekten in ganz unterschiedlichen Lebenswelten an Orten überall in der Welt. Da er auch lebendig schreiben kann, ist sein Rückblick auf dieses Leben nicht nur lehrreich, sondern auch spannend und anregend zu lesen:

 

Zimmer, J. (2012): Das halb beherrschte Chaos. Reportagen, Essays und Portraits aus 50 Jahren. Verlag das netz: Weimar/ Berlin.



s. zu der von ihm gegründeten INA auch:  http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/v/ina/wir/index.html 

 

 

24.2.13

 

Eine friedlich-heitere Klaviermusik wunderbar leicht gespielt:

 

Karen Marie Garett: Welcome B (aus dem Album "Allure of Sanctuary")

 

regelmäßig zu hören über http://www.solopianoradio.com/



mein Lieblingsradio im Internet!



 

23.2.13

 

Ähnlich wie sein Schweizer Kollege Remo Largo in dem wunderbaren Buch "Schülerjahre" (2009) mit beeindruckenden Befunden zu den großen Entwicklungsunterschieden zwischen "normalen" Kindern mahnt auch ein deutscher Kinderarzt, dem einzelnen Kind Raum für seine individuelle Entwicklung zu geben:

 

Renz-Polster, H. (2011) : Menschenkinder - Plädoyer für eine artgerechte Erziehung. Kösel-Verlag: München. 

 

Auch er gesteht den Erwachsenen keine Überlegenheit zu, zu wissen, was „das Beste“ für die Heranwachsenden ist. Entschieden deshalb seine Kritik am verbreiteten „Förder“-Wahn. Aber er macht auch deutlich, wie wichtig Eltern und Lehrer/innen als authentische Gegenüber für Kinder sind – und als Helfer, die ihre je besonderen Bedürfnisse wahr- und ernst nehmen.



s. auch das Kurzvideo von einem seiner Vorträge: http://www.youtube.com/watch?v=mzwIJ88VhHU

 

 

25.1.13

 

In meinem Jahr Auszeit seit der Pensionierung im März 2012 war eine der beeindruckendsten Lektüren die Autobiographie

 

Belafonte, H. (2012): My Song. Kiepenheuer&Witsch: Köln.



- ein großer Mann, ein reiches Leben, ein faszinierend geschriebenes Buch...

 

 

21.1.13

 

In eigener Sache: Aktuelle Publikationen (zum Teil mit der Möglichkeit zum Download) finden Sie in der Rubrik "Publikationen" unter 2012ff.

 

 

15.1.13

 

Trotz des sperrigen Titels eine wichtige und für die politische Durch- und Umsetzung der Kinderrechte vor Ort hilfreiche Broschüre

 

BMFSFJ (2012): Für ein Kindergerechtes Deutschland! Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Allgemeine Qualitätsstandards und Empfehlungen für die Praxisfelder Kindertageseinrichtungen, Schule, Kommune, Kinder- und Jugendarbeit und Erzieherische Hilfen. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Berlin.



http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/kindergerechtes-deutschland-brosch_C3_BCre-qualit_C3_A4tsstandards,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf 

 

 

15.12.12.

 

Der Neurologe Oliver Sacks hat eine Reihe eindrucksvoller Geschichten über „besondere Menschen“ und ihren Umgang mit ihren Besonderheiten geschrieben, z. B. in den Büchern „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ und „Eine Anthropologin auf dem Mars“. Sein Buch über Patient/inn/en, die er nach jahrzehntelanger Erstarrung aufgrund der Schlafkrankheit mit L-Dopa wieder „erweckt“ hat, ist mit Robin Williams und Robert de Niro verfilmt worden und inzwischen sehr preiswert als DVD erhältlich:

 

„Zeit des Erwachens“

 

– ein sensibler und zugleich bedrückender Film.

 



 

09.11.12

 

Eine reflektierter Beitrag zur Scheindebatte über Chancen und Risiken von "Hirndoping" durch Medikamente - die wahren Probleme sind der wachsende gesellschaftliche Leistungsdruck und die soziale Ungleichheit im Zugang zu Konkurrenzvorteilen:

 

http://www.spektrum.de/alias/hirndoping/schlau-auf-rezept/116986


 

 

31.10.12

 

Erhellende Satiren - nicht nur zu pädagogischen Themen - und meist to the point finden sich auf der Website "Der Postillon", z. B. zur Frage der Integration unter:

 

http://www.der-postillon.com/2010/10/gelungene-integration-kleiner-timmy-von.html 

 

(mit Dank an Axel Backhaus für den Hinweis)

 

14.10.12

 

Eine Fülle interessanter Befunde zur Entwicklung von Kindern, z. B. zu ihrer Fähigkeit, aus Wahrscheinlichkeiten des (gemeinsamen) Auftretens von Ereignissen auf Wirkungszusammenhänge zu schließen (S. 162 ff.), oder zur sich verstärkenden oder kompensatorischen Wechselwirkung von genetischen und Umwelt-Einflüssen (S. 194ff.) finden sich verständlich zusammengefasst in: 
 



Gopnik, A. (2010): Kleine Philosophen. Was wir von unseren Kindern über Liebe, Wahrheit und den Sinn des Lebens lernen können. Ullstein Taschenbuch: Berlin (engl. 2009).



(Vgl. zum Kennenlernen auch ihr Interview im ZEITmagazin unter

http://www.zeit.de/2012/39/Alison-Gopnik-Entwicklung-Kinder-Psychologie)



 

30.9.12

 

Sprachliche Unsicherheit und soziale Fremdheit aus anderer Sicht: eindringliche autobiographische Schilderungen aus der Perspektive eines in Irland dreisprachig (auch deutsch) aufwachsenden Kindes:

 

Hamilton, H. (2006): Gescheckte Menschen. btb Verlag: München (engl. 2003, dt. 2004).



 

19.9.12

 

Die einfühlsam und in einer wunderbaren Sprache geschriebene Geschichte einer außergewöhnlichen Kinderfreundschaft in einem ungewöhnlichen Umfeld:

 

Bank, Z. (2011): Die hellen Tage. Fischer Taschenbuch 18437: Frankfurt (4. Aufl. 2012).



(mit Dank an Erika Brinkmann für dieses ganz besondere Buch)

 

 

18.9.12

 

Die eindrucksvolle autobiographische Auseinandersetzung eines Pädagogen mit Gott, Religion, erkenntnistheoretischen und Beziehungsfragen:

 

Miller, R. (2011): Gott, ein Geschöpf des Menschen. Mein Weg vom traditionellen Glauben zur Wirklichkeit ohne Gott. Olms Verlag: Hildesheim u. a.



(mit Dank an Hans Werner Heymann für den Lesetipp)

 

 

2.9.12

 

Zu der einseitig recherchierten Computer- und Internetkritik von Manfred Spitzer ("Digitale Demenz") finden sich Gegenargumente mit empirischen Stützen unter

 

http://gibro.de/studiengegenspitzer  

 



 

20.8.12

 

Die "intellektuelle Autobiographie" eines der bedeutendsten Psychologen des 20. Jhs. - und ab Kap. 7 eine selbstkritische Auseinandersetzung mit Laborforschung und dem Nutzen standardisierten Methoden zur Erfassung menschlichen Denkens - mit auch inhaltlich interessanten Einsichten in die Entwicklung von Kindern und ihre Förderung:



Bruner, J. (1990): Das Unbekannte denken. Autobiographische Essays. Klett-Cotta: Stuttgart (engl. 1983).

[Warnung meines Freundes Heinrich Bauersfeld, leider durch mehrere Beispiele belegt: Die Übersetzung ist durchgängig schwach bis fehlerhaft. Wer Englisch zureichend gut lesen kann, sollte sich deshalb das brillante Original "In search of mind" (1983) besorgen]

 

 

19.8.12

 

Die spannende und gut lesbare Autobiographie eines Forschers, der eindrücklich nachgewiesen hat, dass unsere Welt im Kopf entsteht:

 

Glasersfeld, E. V. (2008): Unverbindliche Erinnerungen. Skizzen aus einem fernen Leben. Folio: Wien/ Bozen.



(mit Dank an Heinrich Bauersfeld für diesen Lesetipp)

 

 

16.8.12

 

Ein aufklärerisches und hilfreiches Buch über "ADHS":

 

Bonney, H. (2012): ADHS – na und? Vom heilsamen Umgang mit handlungsbereiten und wahrnehmungsstarken Kindern. Carl-Auer: Heidelberg.

 

 

16.8.12

 

Ein besonderer Film über vier SchülerInnen in einer Schule auf dem Weg zur Inklusion

 

http://www.bergfidel.wfilm.de/berg_fidel/Trailer.html